von gott geführt

Von klein auf bin ich mit der Bibel und Jesus konfrontiert worden und zwar durch die Eltern meines Vaters. Mit ihnen und noch weiterer Verwandtschaft verbrachte ich viel Zeit. Ich merkte, dass hier etwas war, was es bei mir Zuhause nicht gab. Es wurde mir früh klar, dass es daran lag, dass Jesus Herr in ihrem Leben war, bei mir und bei meinen Eltern allerdings nicht. Also beschloss ich, so zu sein wie sie und passte mich äußerlich an. Ich kleidete mich wie sie und trug fast nur Röcke, hatte die gleichen Frisuren etc.. Wenn ich in der Schule auf meine Kleidung angesprochen wurde, sagte ich, dass diese Kleidung bequemer sei. Wegen Gott tat ich es nicht.

Als ich älter wurde, begann ich zu begreifen, wie sehr Gott die Menschen und damit auch mich liebt. Ich begann zu verstehen, warum Jesus damals am Kreuz hatte sterben müssen. Ich bat Jesus immer wieder um die Vergebung meiner Schuld, ohne die Gewissheit zu haben ein Gotteskind zu sein.

Als ich 10 Jahre alt war, bekehrten sich meine Eltern. Ab diesem Zeitpunkt begannen wir als Familie regelmäßig in Gottesdienste zu gehen. Es war für mich schön immer mehr von Gott zu hören und zu lernen, was er sich von seinen Kindern wünscht. Ungefähr ein halbes Jahr später beschlossen meine Eltern sich taufen zu lassen. Das war für mich ein wunderbares Erlebnis und ich fragte mich, ob ich dazu auch bereit wäre? Meine Antwort war nein, und ich schob den Gedanken an eine Taufe weit von mir. Ungefähr zwei Jahre später begann ich mir erneut Gedanken über die Taufe zu machen. Mir kam immer öfter der Satz in den Kopf: „Was hindert dich getauft zu werden?“
'Nichts', schoss es mir durch den Kopf. Doch gleich darauf kamen auch wieder die Zweifel an meiner Bekehrung. Nach einer Predigt, in der es auch um das Thema Taufe ging, traf ich meine Entscheidung öffentlich zu bekennen, dass Jesus Herr in meinem Leben sein sollte. Nun folgten Gespräche mit Brüdern, die meiner Schwester Rebecca und mir das Evangelium und die Bedeutung der Taufe noch einmal genau erklärten. Eines Mittags besuchte uns ein Bruder, dem ich von meinem Taufwunsch, aber auch von meinem Zweifel an meiner Gotteskindschaft erzählte. Er zitierte aus Johannes 3, 36:

"Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben."

Ein Vers, der mir seitdem immer wieder geholfen hat.
Jesus zeigte mir, dass es nicht wichtig war, das genaue Datum meiner Bekehrung zu wissen, sondern bei Ihm zählt einzig und allein die Tatsache, dass ich Ihm meine Schuld gebracht und Ihn als meinen Herrn angenommen hatte.
Das machte mich sehr froh und ruhig. Am Tag meiner Taufe war ich zwar sehr aufgeregt, aber es war wunderschön zu wissen, warum ich mich taufen ließ: Ich bezeugte vor den Menschen, dass mein alter Mensch mit Christus gestorben ist und dass er mir ein neues Leben geschenkt hat und jetzt Herr in meinem Leben ist.

Seitdem darf ich lernen, dass es Ihm nicht auf Äußerlichkeiten, sondern auf Veränderungen meines inneren Menschen ankommt.

Auch muss mich Gott immer wieder daran erinnern, dass er gern mein ganzes Herz haben möchte und nicht nur einen kleinen Teil daraus. Er möchte gern mein volles Vertrauen haben und mein Leben ganz lenken. Dies ist eine dauernde Entwicklung, bei der noch kein Ende in Sicht ist. Aber ich bin sehr froh darüber, wenn ich rückblickend erkennen kann: hier hat mich Gott geführt. Oft war es nicht so wie ich es mir gerade wünschte – aber es war besser. Wenn es nach mir gegangen wäre, würde ich heute wahrscheinlich ganz woanders stehen. Ich bin Gott sehr dankbar, dass er mich bis hierher gebracht hat und er wird mich bestimmt auch ans Ziel bringen, da bin ich mir sicher.

Ich meinte, nicht mit Menschen arbeiten zu können und wollte in einer Tierarztpraxis lernen. Jesus hat mich aber im Freiwilligen Sozialen Jahr auf meine Ausbildung als Krankenschwester vorbereitet. Zur Zeit arbeite ich viel mit älteren Menschen zusammen, und die Arbeit macht mir viel Freude. Bei zwei missionarischen Rumänieneinsätzen mit der Jugend habe ich u.a. die Alten- und Sozialstation der Familie Ruopp kennengelernt. Ich könnte mir vorstellen, dass ich Jesus dort oder in einem ähnlichen Bereich dienen könnte. Heute bin ich froh, dass Jesus mich auf diesen Weg gebracht hat und ich hoffe, dass ich erkennen werde, wenn ich an eine Weggabelung komme und er mich in eine andere Richtung senden will.


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